Beyond [Comfort] · Folge 25 · Solo unterwegs

Wenn dein Ziel dich plötzlich überfordert.

Über den Moment, in dem die Euphorie eines großen Ziels in Überforderung kippt — und wie man von dort zurück in die proaktive Haltung findet. Aufgenommen im Aufstieg zu einer Hütte, im Schein der Stirnlampe.

⏱ 8 Min. Lesezeit 🎙 Special Recording · Skitour 📅 April 2026
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Diese Folge entstand im Aufstieg zu einer Hütte, kurz nach Sonnenuntergang, Schnee im Gesicht und Stirnlampe an — eine bewusst unbequeme Aufnahmesituation für ein Thema, das fast jeder kennt: den Moment, in dem ein großes Ziel von Euphorie in Überforderung kippt. Der Anlass war ein eigenes, sportlich gesetztes Ziel: eine Atlantiküberquerung im Segelboot, samt Fortbildung dazu in London.

Die Phase des Unknown

Am Anfang steht die Euphorie — man verkündet das Ziel, übt bewusst etwas Druck aus, weil meist mehr möglich ist, als man glaubt. Dann kommt die Fortbildung, in der jemand mit perfekter Struktur Sätze sagt wie „die Mindestvorbereitung sind zwölf Monate" und „das Boot solltet ihr schon zwei Jahre kennen". Plötzlich ist man meilenweit entfernt. Was beim Segeln selbst Sicherheit war, weitet sich auf Bootstechnik, Energiehaushalt, Wassererzeugung, Ersatzteilmanagement, Wachpläne, Erste Hilfe — und die Erkenntnis, dass man am Ende zu 100 % selbst verantwortet. Das ist die Phase des Unknown: Man weiß noch nicht einmal, was man alles wissen müsste.

Zwei Unternehmer brachten es bei einem Vortrag auf den Punkt: Hätten sie vorher gewusst, was alles auf sie zukommt, hätten sie nie begonnen. Genau dieser Gedanke beschreibt die Schwelle, an der viele aufgeben.

Die ersten Stunden waren Stillstand — und dann sind wir sehr schnell in die proaktive Haltung übergegangen. — über den Umschlag von Überforderung in Bewegung

Der Weg zurück in die proaktive Haltung

Der Ausweg war nicht, das Ziel aufzugeben, sondern es neutral und in einer Brainstorming-Phase zu betrachten: Was sind die ersten Schritte, wo lässt sich etwas unternehmen? Drei Tage später lag bereits eine konkrete Möglichkeit auf dem Tisch. Dieselbe Mechanik gilt für neue Führungsaufgaben: Wer ein Team in einer schwierigen Phase übernimmt, fühlt sich von der Menge der nötigen Kompetenzen schnell erdrückt — die Frustration steigt, die Leichtigkeit sinkt, und man lebt die Rolle schlechter. Das ist nicht der Sinn der Sache, und es ist zu früh aufgegeben.

Stattdessen gilt es, den größten Hebel zu identifizieren und die ersten Schritte zu gehen. Dann beginnt das Momentum: Eine Kompetenz ergänzt die nächste. Die Landkarte kann man sich ausrichten lassen — durch Coaches, Trainer oder Mentoren, die den Weg schon gegangen sind. Genau deshalb führte der Weg nach London, zu Menschen, die mehrfach die Welt umsegelt sind. Den Weg gehen und die Motivation aufbringen muss man selbst — aber man sollte regelmäßig auf den Kompass schauen und nachkorrigieren, statt sich in die falsche Richtung zu entwickeln.

Zum Mitnehmen
  • Erwarte die Unknown-Phase: Nach der Euphorie kommt die Überforderung — das ist normal, kein Grund aufzugeben.
  • Identifiziere den größten Hebel: Welches wiederkehrende Thema bringst du nicht in den Griff, hat aber große Wirkung? Geh es an.
  • Lass dir die Landkarte ausrichten: Coaches und Mentoren zeigen den Weg — gehen und motivieren musst du selbst.

Vertiefungsmaterial zu dieser Folge

Hol dir die Hebel-Landkarte: ein Arbeitsblatt, um bei einem überfordernden Ziel den größten ersten Hebel und die nächsten Schritte zu bestimmen.

Dein nächster Schritt

Den größten Hebel finden — in 15 Minuten.

Wenn ein Ziel oder eine neue Rolle dich gerade überfordert: Lass uns kurz darüber sprechen, wo dein erster Hebel liegt und wie der nächste Schritt aussieht.

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